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Der Prognosebaukasten

Der SIKURS-Prognosebaukasten bietet dem Anwender die Möglichkeit, verschiedene, methodisch unterschiedliche Prognosevarianten für die Modellrechnungen einzusetzen Jede Prognosevariante besteht aus einer Folge von notwendigen Bausteinen. Jeder Baustein behandelt ein Problem, das sich insbesondere im Rahmen kleinräumig gegliederter Bevölkerungsprognosen stellt, z.B.: Außenwanderung, Binnenwanderung, die Berücksichtigung von Zielwerten oder von Ober- und Untergrenzen der Bevölkerungsentwicklung in den Gebietseinheiten. Aus der Vielzahl der Prognosevarianten können 3 Grundvarianten definiert werden:

Grundvariante 1: Die natürliche Bevölkerungsprognose

Die erste Entscheidung, die bei der Zusammenstellung einer Prognosevariante zu treffen ist, richtet sich danach, ob Wanderungen einbezogen werden sollen oder ob eine natürliche Bevölkerungsprognose gerechnet werden soll. Bei dieser Variante können keine Eckwerte bzw. Entwicklungsgrenzen für den Untersuchungsraum oder die Gebietseinheiten vorgegeben werden. Ein undifferenzierter Bevölkerungseckwert für den Untersuchungsraum ergibt sich indirekt jedoch auch dann, wenn für jedes Prognosejahr gleichzeitig ein Geburten- und ein Sterbefalleckwert verwendet wird.

Grundvariante 2: Prognose mit Außenwanderungen (ohne Binnenwanderungen)

Grundvariante 2 berücksichtigt als Erweiterung von Grundvariante 1 die Wanderungsverflechtung zwichen dem Untersuchungsraum und dem Außenraum. Darüber hinaus kann man für den Untersuchungsraum einen undifferenzierten oder demographisch differenzierten Bevölkerungseckwert vorgeben. In alternativen Modellvarianten können jede der beiden Außenwanderungsströme zum Erreichen der Zielzahl angepaßt werden.

Es ist möglich, einen Eckwert für den gesamten Untersuchungsraum vorzugeben und mit dem SIKURS-Modell die kleinräumige Verteilung dieses Bevölkerungseckwertes auf die Gebietseinheiten zu ermitteln oder auch Zielzahlen für die Gebietseinheiten vorzugeben und lediglich das demographische Profil der Wohnbevölkerung der Gebietseinheiten in den Modellrechnungen zu ermitteln.

Grundvariante 3: Prognose mit Außen-und Binnenwanderungen

Die Einbeziehung von Binnenwanderungen ist nur dann sinnvoll, wenn das Untersuchungsgebiet in mehrere Gebietseinheiten untergliedert ist. Da modellintern die Binnenwanderungsverflechtungen auf Typenebene abgebildet werden, ist in der Regel eine Typisierung der Gebietseinheiten erforderlich, wobei für die natürliche Bewegung und die Wanderungsbewegung jeweils unterschiedliche Gebietstypen verwendet werden können. Bei Grundvariante 3 werden grundsätzlich auch die natürliche Bewegung und die Außenwanderungen einbezogen, d.h. Grundvariante 3 ist eine Erweiterung von Grundvariante 2.

Die einzelnen Grundvarianten bauen aufeinander auf, d.h. die natürliche Bevölkerungsbewegung ist Bestandteil jeder Prognosevariante und jede Variante mit Binnenwanderungen setzt auch die Einbeziehung von Außenwanderungen voraus. Die demographische Differenzierung ist für jede Grundvariante innerhalb der verfügbaren Bausteine frei wählbar. Jede Grundvariante kann ferner durch variantenunabhängige Bausteine, wie z.B. Ausschluß von Sondergruppen, Ratendynamisierung oder Staatsangehörigkeitswechsel sowie Bausteine zur Steuerung der Datenein- und -ausgabe erweitert werden.

Alternative Modellrechnungen

Ziel des SIKURS-Konzeptes ist es, dem Anwender bei der Überprüfung von Annahmen und Entwicklungshypothesen oder dem Entwurf von Szenarien zu unterstützen. Realisieren kann man dies entweder durch Zusammenstellen unterschiedlicher Baukastenvarianten oder durch Änderungen in den Eingabe-Daten. Eine Kombination beider Möglichkeiten ist ebenfalls denkbar und je nach Wahl der Varianten auch programmtechnisch notwendig

Bei der Definition einer Prognosevariante durch Auswahl der alternativen Bausteine je Bauelement wird der Anwender von einem Dialogprogramm unterstützt und durch am Bildschirm erscheinende Texte auf den Leistungsumfang der verschiedenen Bausteine, auf die Konsequenzen und bei Fehlentscheidung auf die fehlenden Voraussetzungen hingewiesen. Das Dialogprogramm ist so gestaltet, dass nur sinnvolle Bausteinkombinationen ausgewählt werden können. Die ausgewählte Prognosevariante bzw. Bausteinkombination wird vom Programm in einer sogenannten Versionsdatei abgespeichert, die den weiteren Prognoseablauf steuert.

Zur Verwirklichung des SIKURS-Konzepts tragen neben den oben genannten Voraussetzungen die SIKURS-Programme zur Visalisierung und zum Vergleich der Ergebnisse unterschiedlicher Modelläufe bei.

Der SIKURS - Prognosebaukasten

E. Räumliche Differenzierung der Ergebnisausgabe
E1 Untersuchungsraum
E2 beliebige räumliche Aggregate
E3 Gebietseinheiten
E4 Typen

I. Binnenwanderungen
I0 ohne Binnenwanderungen
I1 Binnenwanderungen im Untersuchungsraum,(1 Typ, NTY=1 )
I2 Binnenwanderungen zwischen Typen (NTY>=2)

K. Außenwanderungen/ Zielwert Zuzug
K0 ohne Vorgabe
K1 Zielwert global
K2 Differenzierung des Zuzugvolumens nach Außentyp
K3 Differenzierung des Zuzugvolumens nach Bevölkerungsgruppen und Außentypen
K4 Differenzierung des Zuzugsvolumens nach Geschlecht, Bevölkerungsgruppen und Außentypen

L. Geburteneckwert
L0 ohne Eckwert
L1 mit undifferenziertem Geburteneckwert
L2 mit undifferenziertem Sterbefalleckwert
L3 mit undifferenziertem Geburten- und Sterbefalleckwert

M. Zielwert Bevölkerungsbestand/Außenwanderungssaldo
M0 ohne Eckwert , freie Entwicklung
M1 Zielwert für den Bevölkerungsbestand global vorgegeben
M2 Zielwert für den Bevölkerungsbestand nach Bevölkerungsgruppe, Geschlechtergruppe und Altersgruppe
M3 Zielwert Außenwanderungssaldo global
M4 Zielwert Außenwanderungssaldo nach Bevölkerungsggruppe, Geschlechtergruppe und Altersgruppe
M5 Zielwert Außenwanderungssaldo nach Außentyp
M6 Zielwert Außenwanderungssaldo nach Außentyp und Bevölkerungsgruppe
M7 Zielwert Außenwanderungssaldo nach Außentyp, Bevölkerungsgruppe und Geschlechtergruppe

O. Räuml. Aufteilung d. Zuzugs in die Binnentypen
O0 Keine Aufteilung
O1 statische Quoten
O2 dynamische Quoten Außenzuzug
O3 dynamische Quoten Binnenzuzug
O4 dynamische Quoten Außen/Binnenzuzug

P. Zielwerte/Entw.-grenzen f. Gebietseinh./Typen
P0 freie Entwicklung ohne Zielwerte
P1 Zielwerte für Gebietseinheiten
P2 Zielwerte kombiniert mit freier Entwicklung, Unter-/ Obergrenzen für Gebietseinheiten
P3 Zielwerte kombiniert mit freier Entwicklung, Unter-/ Obergrenzen für Typen
P4 Zielwerte für Typen

Q. demographische Auswirkung der Neubautätigkeit
Q0 ohne Berücksichtigung der Erstbezieher
Q1 Erstbeziehertypen=Binnentypen
Q2 gesonderte Typisierung für Erstbezug

R. Behandlung demographischer Sondergruppen
R0 kein Ausschluß
R1 Ausschluß von allen demographischen Prozessen mit Absolutwerten
R2 Ausschluß von allen demographischen Prozessen mit Raten

T. Bevölkerungsbewegungen
T1 natürliche Bevölkerungsbewegungen
T2 Bevölkerungsbewegungen mit Wanderungen

V. Berücksichtigung von Attraktivitäten
V0 keine Berücksichtigung
V1 Berücksichtigung von Attraktivitäten bei der Aufteilung des Zuzugs in die Binnentypen

W. Wechsel zur deutschen Staatsangehörigkeit
W0 kein Wechsel
W1 Wechsel zur deutschen Staatsangehörigkeit
W1 Typenspezifischer Wechsel zur deutschen Staatsangehörigkeit

X. Neubaubezieher als Teil der Außenwanderung
X1 Neubaubezieher sind Teil der Binnenwanderung
X2 Neubaubezieher sind teilweise Außenzuwanderer und teilweise Binnenumzüge