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AGK - Kommunales statistisches Raumbezugssystem

 

Für zahlreiche Aufgaben in einer Kommune werden aktuelle Informationen vor allem räumlich differenziert und nicht nur für die Gesamtstadt benötigt. In größeren Kommunen wurde deshalb zur Verwaltung der räumlichen Bezüge das System der Kleinräumigen Gliederung eingeführt. Die Kleinräumige Gliederung als Lokalisierungs- und Zuordnungssystem ist ein unverzichtbares Organisationsmittel der Kommunalverwaltung für Statistik, Planung und Verwaltungsvollzug und gründet sich auf Straße, Hausnummer und hierarchischer Gebietsgliederung, d.h. auf die Adresse als Ortsangabe und eine bis zum (Bau-)Block und zur Blockseite differenzierte räumliche Gliederung des gesamten Gemeindegebietes. Aus diesen Grundbestandteilen des statistischen Raumbezugssystems lassen sich alle anderen Gebietseinteilungen des Stadtgebiets wie z. B. Stimmbezirke, Sozialregionen, Verkehrszellen oder Schulsprengel mosaikartig zusammenstellen und dafür die zugehörigen Sachdaten aggregieren. Das AGK-Konzept mit der Kombination aus Adresszentraldatei, Gebäudedatei und Kleinräumiger Gliederung stellt damit die Basis des kommunalen Geodatenmanagements und des kommunalen statistischen Informationssystems dar.

Da für die sehr speziellen Anforderungen keine kommerzielle Software mit dem geforderten Leistungsumfang existiert, wurde 2001 die KOSIS-Gemeinschaft AGK gegründet, die als Entwicklungs- und Anwendergemeinschaft die fachliche und programmtechnische Umsetzung des Konzepts organisiert und kontrolliert. Das Programm AGK wurde dabei entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Städtetags konzipiert, alle geforderten Grundfunktionalitäten wurden umgesetzt und um neue Anforderungen v.a. betreffend der Historisierung der Daten ergänzt. Dazu wurde eine flexible Standardisierung für Raumbezugsdaten entwickelt, wodurch sich AGK auch als ein „Allgemein Gültiges Konzept“ für kommunale Raumbezugssysteme etabliert hat. Es können Raumbezugsdaten beliebig vieler Kommunen mit jeweils frei wählbarer Datenstruktur verwaltet werden.

Durch den Metadaten gestützten modularen Aufbau mit offenen Schnittstellen ist AGK einerseits den speziellen Anforderungen der Kommunen entsprechend konfigurierbar und kann anderseits dynamisch in bestehende Systeme eingebunden werden. Die Weiterentwicklung des Konzepts ermöglicht über eine GIS-Schnittstelle die Verknüpfung mit Geometrien, Sachdaten und Anwendungen, und Visualisierung in Form thematischer Karten, wodurch AGK als integrierter Bestandteil eines kommunalen Rauminformationssystems eingesetzt werden kann - nicht nur für die Kommunalstatistik, es wird z.B. auch in Vermessungs-, Planungs- und Stadtentwicklungsämtern verwendet.Durch die systematische Pflege des statistischen Rauminformationssystems werden die Voraussetzung für ad hoc-Auswertungen unterschiedlichster Fragestellungen geschaffen, z.B.der kleinräumigen Standortwahl und/oder der Dichteverhältnisse:  
  • Wie viele Senioren wohnen im Umkreis von 400 m um eine Haltestelle?
  • Wie viele Kinder leben im Einzugsbereich eines Kindergartens oder eines Spielplatzes?
  • Wie viele Menschen mit unterschiedlicher Herkunft leben in einem Sozialbezirk oder einem Grundschulsprengel?
  • Wie ist die Struktur der Haushalte in einer Verkerszelle?
  • Wo sind in den letzten Jahren die meisten Geburten und Zuzüge von jungen Familien zu verzeichnen?
  • Wie hat sich der Ausländeranteil in einem Stadtteil verändert?
Mit derartigen Fragestellungen in unterschiedlichster inhaltlicher, fachlicher und räumlicher Differenzierung beschäftigen sich zunehmend die Statistischen Ämter in den Städten. Hierzu ist die Entwicklung von Standards und Methoden für kommunale Rauminformationssysteme notwendig, wie sie in der KORIS-Gemeinschaft diskutiert werden.

Auch für den Zensus 2011 bildet der Raumbezug u. a. für den Aufbau des Anschriften- und Gebäuderegisters sowie für die Haushaltegenerierung die Grundlage. Eine höhere Qualität des zugrunde liegenden kommunalen Raumbzugssystems bewirkt deshalb eine bessere Resultate bei der Volkszählung. Aufgrund der zu erwartenden zeilichen Verzögerung bei der Rückübermittlung der Ergebnisse  ist in der Zwischenzeit eine reproduzierbare Fortschreibung des Raumbezugs mit Zeitbezug notwendig. Die KOSIS-Gemeinschaft AGK ist auf die sich daraus ergebenden Anforderungen vorbereitet:Innerhalb des KOSIS-Verbunds nimmt der Raumbezug eine zentrale Stellung ein, da praktisch alle KOSIS-Instrumente für kleinräumig gegliederte Daten entwickelt wurden:
  • DUVA zur Verwaltung und Auswertung von Sachdaten unter Berücksichtigung des Raumbezugs 
  • SIKURS für kleinräumige Bevölkerungsprognosen
  • HHSTAT - Definition des DST-Datensatzes für Bevölkerungsbestand und -bewegung 
                      inkl. der Verschlüsselung von Adressen und Blockseiten
                  - Generierung von Haushalten u.a. basierend auf den Wohnadressen
Auch Datensammlungen des KOSIS-Verbunds zeichnen sich durch räumliche Untergliederungen aus:
Seite zuletzt geändert am 05.03.2009